| Leishmaniose
Erst durch den Import von Hunden
aus den Mittelmeerländern wurde die Krankheit Leishmaniose in Deutschland
ein Thema. Weltweit tritt sie in allen
tropischen und subtropischen Klimazonen (außer Australien) auf.
Übertragung Symptome Zur Behandlung werden in der Regel zwei Medikamente verwendet. Einmal Allopurinol, preiswerte und nebenwirkungsarme Tabletten aus der Humanmedizin, deren Wirkung meist schon nach kurzer Behandlung anschlägt: Die Symptome gehen schnell zurück und das Tier erholt sich gut. Allopurinol wird oft verordnet, wenn die Krankheit erneut ausbricht oder auch durchgehend zur Vorbeugung. Damit lässt sich im günstigen Fall verhindern, dass Symptome überhaupt noch einmal auftreten. Unter dem Mikroskop ist zu erkennen, dass bei der Behandlung mit Allopurinol die Erregerdichte stark zurückgeht. Vor allem in schweren oder
fortgeschrittenen Fällen setzen Mediziner zur Behandlung ein fünfwertiges
Antimon-Präparat ein - Glucantime. Es wird unter genauer Beobachtung
des Arztes über einen längeren Zeitraum injiziert, hat oftmals
Nebenwirkungen und ist teuer. Eine Übertragung auf den
Menschen ist durch den Stich der Schmetterlingsmücke möglich.
Allerdings sind, trotz der Millionen deutscher Urlauber, die ihre Ferien
in den endemischen Gebieten Europas verbringen (also dort, wo die Leishmanien
heimisch sind), nur wenige Fälle von Leishmaniose-Erkrankungen bekannt.
Gefährlich kann es aber für Menschen mit erheblich geschwächtem
Immunsystem werden. Für Hunde sind Reisen
in Mittelmeerländer auf jeden Fall gefährlich. Es ist grundsätzlich
ein Risiko, wenn Urlauber ihre Haustiere dorthin mit in die Ferien nehmen.
Unbedingt sollte man sie dann durch Mücken-abwehrende Mittel schützen,
zum Beispiel gibt es ein Halsband, dessen Wirkstoff die Parasiten abtötet,
und eventuell ist auch Allopurinol als Prophylaxe anzuwenden. Verantwortungsvoll im Süden
arbeitende Tierschutzvereine vermitteln ihre Hunde nicht, ohne sie vorher
auf die so genannten Mittelmeerkrankheiten untersucht zu haben. Aina, die Colliemischlings-Hündin, die im Beitrag vorgestellt wurde, ist ein typisches Beispiel. Obwohl sie in ihrer Heimat Mallorca negativ getestet war, brach die Krankheit in Deutschland aus, im neuen Zuhause, wo Aina sich so wohl fühlt. Ihrer Besitzerin ist Leishmaniose zum Glück bekannt. Sie deutete die ersten Anzeichen richtig, wandte sich an einen Tierarzt, der sich mit Reisekrankheiten auskennt, ließ bei einem kompetenten Labor testen und die richtige Behandlung einleiten. Schon nach einigen Wochen ging es Aina deutlich besser. Hundebesitzer, die den Verdacht haben, ihr Tier könnte infiziert sein, sollten einen Arzt konsultieren, der Erfahrung im Umgang mit Leishmaniose hat. Solange man glaubte, Deutschland
sei als Lebensraum für die Schmetterlingsmücke zu kalt, war
auch eine Übertragung der Leishmaniose kein Thema: keine Mücke
- keine Verbreitung der Infektion. Nun sind aber einige Schmetterlingsmücken
auch in Deutschland gefunden worden. Und das hat zu Irritationen geführt. Professor Dr. Kurt Pfister vom Institut für vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität München verurteilt jede Panikmache als überspitzt und unangebracht. Es sei nicht anzunehmen, dass das Verbreitungsrisiko von Leishmaniose durch den "Import" der Mittelmeerhunde steige. Professor Pfister betont, dass seiner Kenntnis nach die gefundenen Sandmücken einer Art angehören, die Leishmaniose gar nicht übertragen kann. Aber selbst, falls einmal eine
andere Art entdeckt wird, bleibt die Tatsache bestehen, dass die winzigen,
empfindlichen Schmetterlingsmücken zum Überleben und um heimisch
zu werden, eine so hohe Durchschnittstemperatur benötigen, wie sie
in Deutschland kaum oder nur an wenigen Orten vorkommt. Und zuletzt, dank der Behandlung
mit Glucantime oder Allopurinol, geht die Erregerdichte bei den infizierten
Hunden stark zurück. Damit reduziert sich auch die Gefahr, dass beim
Stich der Mücke Leishmanien überhaupt aufgenommen werden. Als
zusätzliche Sicherung könnten Besitzer infizierter Hunde ihren
Tieren das Halsband umlegen, dessen Wirkstoff die Mücke abtötet. Nicht zu vertreten ist allerdings,
wenn Tiere ungetestet aus Mittelmeerländern geholt und vermittelt
werden. Das ist verantwortungslos gegenüber jedem infizierten Hund,
der ohne die richtige Information vielleicht falsch oder gar nicht therapiert
wird, und ebenso gegenüber dem neuen Besitzer, der nicht entscheiden
konnte, ob er überhaupt ein krankes Tier aufnehmen will. Es wird immer noch, auch von
Amtsveterinären und Tierärzten, behauptet, Leishmaniose sei
eine Tierseuche und damit meldepflichtig. Das ist falsch! Es ist in Deutschland
genau festgelegt, welche Krankheiten zu den Seuchen zählen - Leishmaniose
gehört nicht dazu. Wer bewusst einen an Leishmaniose erkrankten Hund aufnimmt, weil er einem Tier helfen möchte, oder wer plötzlich damit konfrontiert wird, dass sein Hund infiziert ist, der sollte sich unbedingt von einem Tierarzt beraten lassen. Wichtig ist, dass dieser sich mit Mittelmeerkrankheiten auskennt, mit Fachlabors zusammenarbeitet, sich mit Leishmaniose-Spezialisten notfalls austauscht und die Patientenbesitzer nicht unnötig beunruhigt. Kontaktadressen: Quelle: |